Wie Instagram mein Leben verändert hat

Hallo meine geliebten Leser.

Nachdem Instagram in den letzten paar Tagen als eine Platform der Lügen, Fakes und Eifersucht dargestellt wurde, möchte ich nun meine Instagram-Geschichte mit euch teilen.

Als kleines Mädchen habe ich es geliebt zu malen und zu zeichnen. Ich habe Geschichten und Gedichte geschrieben, gekocht, mein Essen dekoriert, Servietten gefaltet und Fotos davon gemacht. Irgendwann hat dann jedoch die Schule die Übermacht übernommen und ich hatte keine Zeit mehr für solche Dinge. Dann habe ich die Schule mit super Noten abgeschlossen – und das war der Anfang des Problems.

Ich war immer gut in der Schule gewesen und wusste, dass ich alles lernen konnte, wenn ich nur genug Energie in das Thema hinein steckte. Und genau das hat mich unter Druck gesetzt. Ich hab rausgefunden, dass ich mit meinen Noten direkt für Medizin oder Politik angenommen werden würde, und ich dachte, dann müsste ich diese Chance auch nutzen – wenn ich die Möglichkeit habe, anderen Menschen zu helfen, vielleicht sogar genetische Fehler zu beheben und die Welt vor einer Krankheit zu retten oder eine einflussreiche Politikerin zu werden und die Regenwälder zu retten, sollte ich dann nicht genau das tun? Auch meine Mutter hat immer wieder gesagt, dass der liebe Gott mir ein Geschenk gegeben hat und ich das für das Gemeinwohl nutzen sollte: mein Gehirn.

Um es kurz zu halten: ich habe ein Design-Studium begonnen und dann abgebrochen, weil es mir nicht wichtig genug vorkam. Danach habe ich meine Abiprüfungen wiederholt und meine Noten nochmal verbessert. Ich habe mich für Politik, für Medizin, für Genetikforschung, für Entwicklungswissenschaften bewerben. Ich habe BWL, Politikwissenschaften und Nachhaltigkeit studiert. Und immer, immer, immer wieder habe ich aufgehört, da ich unglücklich war. Und das nur, um danach mit dem nächsten großen Plan aufzukommen.

Dann nach meinem Bachelorstudium, das ich nebenbei gemacht habe, habe ich mich entschieden ein Jahr freizunehmen, ursprünglich um für den Medizinertest an der Uni Heidelberg zu lernen. Das war letzten Herbst. Kurz zuvor hatte meine Schwester mir Instagram gezeigt, und ich hatte mich darin verliebt Fotos von meinem Essen und Sport zu machen Meine Leidenschaft, also das gesund-glückliche Leben, zu zeigen, mein Essen hübsch anzurichten und zusammen mit meinen Gedanken zu teilen.

P1040488 (1)

Eines Tages hat eine Frau ein Bild kommentiert und erzählt, dass ich sie dazu inspiriert habe, „fleischfreie“ Tage einzubauen, da ich ihr gezeigt habe, wie lecker und gesund pflanzliches Essen sein kann, und wie gut es für sie, ihre Familie, und die Umwelt ist. Das hat meine Augen geöffnet und mein Leben verändert. 

Ich muss kein Genforscher oder Politiker sein, um etwas zu verändern. Ich muss nicht an der Spitze eines Landes stehen, um für die Dinge zu arbeiten, die mir wichtig sind – Gesundheit, Glück, die Umwelt. Ich kann es auf meine Art tun, durch etwas, worin ich wirklich gut bin: meine Kreativität.

Seit diesem Tag habe ich mein Bestes gegeben, um offen und ehrlich meine Gedanken mit euch zu teilen. Ich habe mein Bestes gegeben um meine Bilder zu verbessern und habe an meinem Stil gearbeitet, einerseits um euch anzusprechen, andererseits weil ich es so genieße. Erst letzte Woche habe ich ein neues Objektiv für meine Kamera gekauft um bessere Bilder hinzubekommen – denn ich habe Spaß daran. Instagram hat mir eine Plattform geschaffen, durch die ich das, was ich liebe und genieße, teilen kann. Mit dem Wachstum meines Accounts sind nach und nach einige tolle Firmen dazugekommen, die meine Werte teilen und mich unterstützen. Ich kann meine Leidenschaft leben. Nun studiere ich Digitale Kommunikation, denn das ist ein Thema, mit dem ich mich weiter beschäftigen will. Und ich habe meinen Fokus vom Essen ausgeweitet. Ich möchte nun anderen Mädchen einen Weg zeigen gesund, glücklich und vor allem glücklich mit sich selbst zu leben. Ich selber hätte vor einigen Jahren jemanden gebraucht, der mir solche Tipps gegeben hätte – ich hoffe, dass ich nun etwas bewirken kann.

Ich, und viele anderen mit mir, haben durch unsere Social Media-Karrieren eine Möglichkeit gefunden, uns selber besser zu verstehen. Die Fähigkeit unbegrenzte Möglichkeiten zu erforschen und das zu schaffen, was unsere Herzen begehren. Die Fähigkeit mit unseren wahren Stimmen zu sprechen. Wir fanden durch Social Media uns selber, denn wir haben die Wahl getroffen, genau das zu tun. – Zack James

In meiner Geschichte ist Instagram also gar nicht so böse. Es ist etwas wunderbares. Solange du dir selber und deinen Leidenschaften treu bleibst, solange du dich selber auslebst, und es nicht nur für die Menge an Followern oder Geld tust, die damit kommen, solange ist es etwas tolles. Mach es für dich – nicht für die Zahlen.

Bleib du selbst, bleib deinem Herzen treu, lass Zahlen dich nicht verwirren und mach Social Media zu einer Plattform, in der du deine Träume ausleben kannst!
Lottie

Share:

12 Comments

  1. Sarah
    24/11/2015 / 15:00

    Toller Blog, echt mega cool!. So kenn ich dich und das passt auch wirklich gut zu dir. Als Medizinerin etc. hätte ich mir dich nie vorstellen können, du warst schon immer so kreativ und hast so gerne geschrieben. Weiter so, mach das, was dir Spaß macht. :) :-*

    • 02/12/2015 / 16:16

      Oh Sarah! Du bist die allerallerallertollste! Danke danke danke! Hoffe ich sehe dich bald wieder! <3

  2. 24/11/2015 / 00:09

    Wow jetzt komme ich mir richtig unbedeutend vor, als hätte ich bisher nie irgendwas geleistet, du bist so ein toller Mensch! <3
    Küsschen
    Eva

    http://www.eva-jasmin.de

    • 24/11/2015 / 11:03

      Ah du Süße! So ein Quatsch! Aber genau das war ja mein Problem – ich hatte das Gefühl, dass ich noch nie etwas geleistet habe und habe darunter gelitten. Instagram hat mir einen neuen Weg gezeigt. Endlich kann ich etwas machen, was ich liebe und es ausleben! Und den Weg hast du schon lange gefunden!

  3. 18/11/2015 / 17:56

    Wow! Wirklich eine total spannende und mitreißende Geschichte 😀 Du bist da wirklich ein gutes Beispiel, dass es auch positive Wege und Geschichten der sozialen Netzwerke gibt. Leider eben eine Minderheit 😛 der Großteil nützt falsch, für „negative“ Zwecke oder wird Opfer. Meine Geschichte ist zweigeteilt. Großteils eine absolut positive und schöne Nutzung, aber leider auch Schattenseiten, die mir so widerfahren sind. Heute geht es mir damit besser und ich bin drüber hinweg. Nichtsdestotrotz halte ich soziale Medien für sehr gefährlich, vllt auch weil ich weiß wie die Manipulation hinter den Kulissen so funktioniert. ich bin generell eine sehr vorsichtige Nutzerin und sorge selbst für Positivität und Motivation und genieße auch die schönen Seiten der globalen Vernetzung 😀 aber alles natürlich immer mit Maß und Ziel 😀 mir hat Instagram sehr geholfen und es mach mir weiterhin Spaß 😀 und ich liebe es Dinge zu zeigen und mitzuteilen, die mir eben wichtig sind und Freude machen 😀

    • 24/11/2015 / 11:07

      Oh wow. Danke für diesen wundervollen Kommentar. Ich finde halt, das Leben (und dazu gehört das Social Media auch) ist das, was man daraus macht. Man darf es nicht beeinflussen und sich nicht beeinflussen lassen. Wofür auch? Für Geld? Okay, ich habe noch nie einen Cent für meine Posts genommen. Ich will ich bleiben und MICH ausleben, nicht das, was irgendwelche Firmen von mir wollen. Und ich will Positivität verteilen, weil genau das mir auch gut tut. Und ich folge niemandem, der mir auch nicht gut tut. Und so sollten es alle tun, oder?

  4. 12/11/2015 / 18:58

    Toller Post! Ich habe deinen Blog gerade erst entdeckt, aber ich finde die Art, wie du schreibst richtig gut :) Man fühlt sich irgendwie, als würdest du direkt vor einem stehen und einfach deine Geschichte erzählen.
    Jetzt werde ich noch ein paar deiner anderen Posts lesen und dich dann mal auf Instagram suchen :)
    Liebe Grüsse, Sina

    http://www.sinaunknown.blogspot.ch/

    • 13/11/2015 / 10:54

      Ooooh das bedeutet mir so viel! Vielen vielen vielen Dank liebe Sina! Hoffe, du bleibst dann noch lange dabei!

  5. 07/11/2015 / 21:24

    Sehr schöner Text! Ich kenne dieses Gefühl, man will irgendwie da man immer gute Noten hatte ja auch beweisen, das das alles nicht umsonst war und man denkt, man müsste allen irgendwie auch etwas beweisen. Wie schön, dass du gefunden hast, was dich glücklich macht! <3 Ich finde, Instagram ist außerdem eine tolle Möglichkeit, neue Leute kennen zu lernen und sich auszutauschen, es war sehr schön dich letztes Jahr kennen zu lernen :)
    xx, Sofie
    sofiecharlotte.com

    • 10/11/2015 / 16:22

      Ooooh danke danke danke für deine lieben Worte! Ja, ich weiß, wir haben ja drüber geredet, dass wir in der gleichen Situation stecken. Aber jetzt bin ich wirklich zufrieden und das ist ein tolles Gefühl! Hoffe du findest auch das richtige für dich!

  6. 05/11/2015 / 21:27

    Toller Text Lottie! Ich finds toll das du nicht einfach weiter studiert hast als du gemerkt hast das es nicht das richtige für dich ist. Du bist eindeutig jetzt am richtigen Weg! Dein Blog & Instagram inspiriert viele und ich hoffe du machst noch lange so weiter ☺

    Alles Liebe
    Lisa

    https://lililovely.wordpress.com

    • 10/11/2015 / 16:23

      Daaaaanke! Ja, das war ein wirklich mutiger Schritt, denn meine Eltern waren richtig enttäuscht. Aber heutzutage bin ich glücklich und sie sind jetzt noch viel stolzer auf mich und somit war das das absolut richtige! Hoffe du hast auch das richtige für dich gefunden. Ich werde sicher lange weiter machen 😉