Liebeskummer ist teuer

Ich habe mich entschieden, über Liebeskummer zu schreiben.

Über mein Liebeskummer.

Warum, fragt ihr euch vielleicht?

Nun, kennt ihr das, wenn man eine Cola-Dose schüttelt und sie dann öffnet und alles spritzt überall hin und hört nicht mehr auf zu blubbern? So fühle ich mich manchmal. Es gibt viele Dinge, die aus mir heraus müssen, aber manchmal ist es doch schwierig den Mund aufzumachen und darüber zu sprechen. Dafür seid ihr dann da. Auch wenn wir uns nicht wirklich kennen, weiß ich, dass ihr mich versteht und hinter mir steht, egal was ich sage. Und das tut mir gut. Außerdem hoffe ich, dass einige von euch nicht genervt sind von den Cola-Spritzern, sondern es euch ebenfalls gut tut. Also das was ich sage natürlich, Cola wäre da nicht so schön…

Liebeskummer Meer

Viele Monate konnte ich über das Thema aber gar nicht reden. Aber jetzt fühle ich mich an einem Punkt angelangt, an dem ich darüber hinweg bin und mit euch sprechen kann. Denn ich hatte Liebeskummer. Ich finde das Wort beschreibt es nicht richtig, denn für mich war es als wäre mein Leben vorbei. Ich wusste nicht mehr wohin mit mir und ich wusste nicht, warum ich ohne diesen Menschen irgendwie weiterleben sollte. Liebeskummer heißt nicht nur, dass man ein wenig traurig ist, weil man nun getrennt ist. Liebeskummer kann tatsächlich bedeuten, dass man all seine Lebenslust verliert und nicht mehr weiß, wofür man weitermachen muss. Liebeskummer kann bedeuten, dass man statt studieren nur den Online-Status auf WhatsApp stalkt. Liebeskummer kann heißen, dass ein fitter, gesunder und fröhlicher Mensch plötzlich ohne Ende an Panikattacken und Schlafmangel leidet. Der Körper kann dadurch durchdrehen, man kriegt Schmerzen in der Brust und alle Luft ist weg. Ja, das kann Liebeskummer sein.

Diese Phase kann auch unendlich lang dauern. Aber irgendwann wird der Punkt kommen, an dem man sich fragt, was es bringt. Oder ob es einen weiterbringt. Ich hatte bis zu diesem Punkt viel mit meinen Eltern und Freunden geredet, doch mir ihren Rat nie zu Herzen genommen. Doch dann fragte ich mich – warum eigentlich nicht?

Irgendwann war ich tatsächlich an dem Punkt, dass ich mir selber sagte, dass es so nicht weitergehen kann. Ich hatte genug. An dem Abend bin ich dann los und bin ich alleine im Musical gelandet und habe danach noch alleine in einer Bar einen Wein getrunken. Es war nicht der beste Abend, aber es war um Welten besser, als im Bett zu weinen. Und aus einem solchen Abend wurden viele solche Abende. Irgendwann traute ich mich aber sogar, Bekannte von mir zu besuchen. Einen Freund einzuladen. Mit Freunden essen zu gehen. Ich wurde viel spontaner, sagte zu allen Einladungen zu. In den Pausen trainierte ich ohne Ende. Morgens zum Sport, nach der Uni zum Sport. Ablenkung, Hauptsache ich sitze nicht alleine auf meinem Zimmer. Anfangs war es Zwang und Rebellion gegen das schlimme Gefühl. Irgendwann wurde es tatsächlich schön.

Love Sick

Allein die Menschen im Fitnesscenter, sich Tag für Tag auszupowern und das gute Gefühl danach. Das unglaublich gute Essen. Die Gespräche beim Essen. Andere Leute, ihre Geschichten. Lachen. Zuerst war es wirklich nur Ablenkung. Irgendwann wurde es ein neues Lebensgefühl. Irgendwann wollte ich nicht mehr alleine auf meinem Zimmer sitzen, sondern ich wollte diese Dinge sehen und tun. Reden und Lachen. Leben.

Ihr fragt euch nach wie vor warum der Blogpost „Liebeskummer ist teuer“ heißt? Naja, das war so ein wenig mein Spruch, mit dem ich mich in den ersten Wochen immer beschrieben habe. Ich wollte so viel tun, erleben und vieles davon war mit teuren Tickets, Fahrten und Essen verbunden. Doch das war mir egal. Das, was daraus geworden ist, war es definitiv wert.

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Und noch etwas ganz anderes zum Abschluss: gestern Abend habe ich zufälligerweise auch ein paar Worte über das Thema geschrieben. Ich hab noch nie eins meiner Gedichte hier geteilt, aber es passt diesmal zu gut. Ich hoffe ihr versteht es?

Kalt und spitz,
ein Bild aus Scherben.
Bis die ersten Strahlen spielen
ein Mandala
ein Hologramm
ein Farbenspiel
ein Karussell
So kalt im ersten Moment,
nun Wunder die wir teilen.

Wenn es jemandem von euch so geht, wie es mir ging – seht zu, dass auch ihr aus den Scherben kleine Wunder macht. Ich glaub an euch!

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17 Comments

  1. Hanna
    17/10/2016 / 18:36

    Liebe Lottie,
    danke, dass Du deine Gefühle mit uns teilst. Ich gehe in den letzten Wochen durch eine ähnliche Hölle. Mein Freund hat sich von mir getrennt und ich weiß nicht mehr wohin mit mir. Ich versuche alles um mich abzulenken, treffe mich jeden Tag mit Freunden und schlafe max. 3 Stunden die Nacht – und das obwohl ich eigentlich etwas für die Uni machen sollte. Es wird inwzischen besser mit jedem Tag, aber das herzhafte Lachen will mir noch nicht so recht gelingen. Was mir Hoffnung gibt ist mein Horoskop für November, das Besserung in Liebe und Beruf voraussagt. Ich hoffe es hat Recht, selbst den Tiefpunkt zur Trennung hat es vorausgesagt. :( Ich danke dir sehr für deine aufmunternden Worte und die Hoffnung, dass alles wieder schön wird.

    Hanna

  2. 07/10/2016 / 13:24

    Und wie!….aber mit der Zeit, guten Freunden und viel ablenkung kommt man über alles hin weg und im Nachhinein kommt einem auch einiges lächerlich vor ^^…naja, ich bin erstmal mit meiner besten Freundin abgehauen^^…wir sind in nem 4 sterne hotel südtirol …da kann man seine sorgen schon mal vergessen^^ und spaß macht es ja auch :))….Danke für diesen Beitrag und ganz viele Grüße! Nora

  3. 22/09/2016 / 18:24

    Liebe Lotti, dieser Text ist einfach so süß geschrieben und ich finde mich so oft darin wieder :) Dein Gedicht ist wirklich beeindrucken! Wer weiß, vielleicht interpretieren die Schüler in 50 Jahren ja mal deine Gedichte..

    Love,
    Christina ♥
    cinapeh.blogspot.de

  4. 15/09/2016 / 10:12

    Schöner Artikel! Gebe dir bei dem Punkt der Ablenkung, und anderen auch, so recht, Hauptsache man hat keine Langeweile..
    Du hast das Beste draus gemacht und kannst stolz auf dich sein :)
    Liebste Grüße <3

  5. Hannah
    06/09/2016 / 22:35

    Hey, du sprichst einem aus der Seele, es ging mir vor 2 Jahren nicht anders. Habe lange damit gekämpft, aber es irgendwan für Irrsinn gehalten, aufgegeben. Habe letztes Jahr nun meinen jetzigen Freund kennengelernt und es ist wirklich alles anders selbst die Einstellung die man zuvor zu einer Beziehung hat.
    Ich glaube der Spruch: „Die Zeit heilt alle Wunden.“, passt vorallem zu Liebeskummer perfekt. Mit der Zeit klingt der Schmerz und der Druck in der Brust ab und irgendwann kann man wieder frei Atmen. Man fühlt sich Entlastet und und Leicht. Das wichtigste aber, ist bereit sich auf neues Einzulassen seien es Beziehungen, ein anderer Lebensabschnitt ect.

    Alles Gute!

    Liebe Grüße, Hannah <3

  6. Rosenmarie
    04/09/2016 / 16:39

    Hey! Du reist ja jetzt schon eine Weile mit echt kleinem Gepäck! Ich fände einen Blogpost dazu spannend – wie du ausgewählt hast, was du mitnimmst, wie du packst und wie du es mit dem waschen machst etc. :)

  7. Magda
    01/09/2016 / 19:49

    Das Gedicht war wunderschön. Bitte schreib öfter! Du bist toll!

  8. 01/09/2016 / 08:50

    Liebe Lottie,

    wieder einmal beweist Du wahnsinnig viel Größe, Dich so zu öffnen und insbesondere mit Deinem wundervollen Gedicht am Ende, tief aus Deiner Seele zu sprechen/schreiben. Beeindruckend! Das Gedicht ist wunderschön! Ich habe mir gerade gewünscht, ich hätte früher in der Schule mal solch ein schönes Gedicht interpretieren können und nicht nur so angestaubte Dinger :) Es freut mich sehr, dass Du die schwere Phase überwunden und das Leben neu lieben gelernt hast!

    Keep smiling und geh Deinen Weg! :-*

    Herzliche Grüße
    Linda

  9. 31/08/2016 / 23:23

    Liebe Lottie,

    Erst einmal will ich dir sagen, wie toll ich es finde, dass du so offen über deine Gefühle sprichst. Liebeskummer ist leider immer noch oft ein Thema bei dem einfach nur gesagt wird: „Schau nach vorn! Die Zeit heilt alle Wunden!“ Du hast aber klar gemacht, dass man zu seinem gebrochenen Herz stehen kann und auch soll und irgendwann Besserung kommen wird, man aber nicht sagen kann wann.
    Du hast mich mit deinem Post nochmal zum Nachdenken gebracht… Auch ich hatte Liebeskummer, habe ihn eigentlich immer noch, wenn auch nicht mehr ganz so schlimm wie am Anfang vor circa einem halben Jahr. Die Zeit war hart, aber irgendwann habe ich angefangen Sachen zu tun, die mir gut taten und die ich wollte. Auch Sport zum Beispiel, den ich in der Beziehung aus Zeitgründen eher vernachlässigt habe.
    Ich habe angefangen mich selbst als oberste Priorität zu sehen, als den einzigen Menschen, den ich glücklich machen muss. Denn nur, wenn ich glücklich bin, kann ich andere glücklich machen!
    Die Zeit mit dem Liebeskummer gehört genauso zu mir, wie die Zeit in der Beziehung und ich möchte keine davon missen, denn ich habe durch sie so viel gelernt!
    Danke Lottie für diesen kleinen Denkanstoß mit deinem Blogpost!:)

  10. 30/08/2016 / 13:44

    Liebe Lottie,
    Ich war schon ein wenig traurig, als man dir bei Snapchat an dem Abend ansah, dass dir das sehr zu schaffen macht. Umso besser, dass es dir nun wieder besser geht. Liebeskummer kennt wahrscheinlich jeder und schön ist es nie, aber immerhin hält es nicht ewig und irgendwann ist es dann zum Glück überstanden. Wo sich eine Tür schließt, öffnet sich eine neue.
    Liebe Grüße, Lisa.

  11. 30/08/2016 / 12:48

    Liebe Lottie,

    mutig, dass du über dieses Thema und deine Gefühle sprichst. Ich weiß genau, wie du dich fühlst, denn mir ging es vor Jahren mal über ein ganzes Jahr lang so. Ich habe mich verloren gefühlt, war rastlos und wusste überhaupt nicht wohin mit mir und hatte wirklich schlimme Gedanken. Ich habe wirklich lange gebraucht bis ich da wieder rausgekommen bin. Aber durch die „Ansage“ eines Freundes habe ich irgendwie den ersten Schritt in die richtige Richtung gehen können.

    Fühl dich gedrückt.

    xxJassy

    http://www.aboutjassy.de

  12. 30/08/2016 / 10:16

    Das tut mir sehr leid zu hören…ich hatte mich schon gefragt was passiert war…aber ich find es toll wie du deinen Weg da raus beschreibst. Das ist natürlich für jeden ganz individuell, aber dein Weg hört sich doch sehr „klassisch“ an. Erst Trauer, dann Trotz und dann geht es viel besser als lange zuvor. Ich wünsche dir, dass du stärker aus dieser Sache heraus kommst aber wie es aussieht bist du da auf einem guten Weg. Drücke dich! Du bist eine tolle Frau!

  13. Heike
    30/08/2016 / 10:11

    Liebe Lottie☺,
    ich denke, Liebeskummer kennt jeder. Und doch ist der Schmerz immer individuell. Ebenso der Zeitpunkt und die Art und Weise für: Jetzt stehe ich wieder auf, lenke mich ab, beginne Neues, lerne neue Menschen kennen. Wieso das so ist, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Aber zur Liebe gehört nun mal ab und zu auch Liebeskummer als der Preis, den man dafür bezahlen muss. Und ohne Veränderung würden wir uns nicht verändern. Tut das weh? Yep. Ist es immer schön? Nop. Erschliesst es sich im Nachhinein – yes☺! Und so zeigt sich: Da wird sich schon jemand etwas dabei gedacht haben……..
    Liebe Grüsse
    Heike

  14. annika
    30/08/2016 / 09:54

    Been there done that. Hieno asenne Lotta! Ensin surutyö loppuun ja sitten lakaistaan tuhkat yltä ja katsotaan eteenpäin. Olet jo pitkällä. <3 Jos olet maisemissa, tule käymään!

  15. Marunka
    30/08/2016 / 08:36

    Hallihallo Lottie! Du schreibst nicht, warum du Liebeskummer hast, aber der Typ muss ein Blödmann sein. Du hast es besser verdient.

    • 30/08/2016 / 10:39

      Haha, oh Gott 🙈 Also ich hab es mit Absicht nicht genau erklärt, weil diese Beschreibung auf einige Situationen in meinem Leben passt… aber der Typ ist ein wundervoller Mensch, der mir die Möglichkeit geben wollte meine Träume zu leben und die Welt zu sehen. Trotzdem war all das alles andere als einfach…