Laufen mit Asthma

Heute kommt ein Blogpost online, um den ihr mich ganz oft gebeten habt. Ich hab mal erwähnt, dass ich sehr schlimmes Asthma habe. Und mit schlimmem Asthma meine ich wirklich schlimmes Asthma. Ich nehme täglich morgens und abends Medikamente und eine Erkältung wirft mich oft so aus der Bahn, dass ich vor Atemnot kaum ohne Pausen Treppen hochkomme oder nicht aus dem Bett aufstehen kann, weil ich nicht genug Sauerstoff bekomme. Als wir vier Jahre in Shanghai gelebt habe, wurde ich im Sommer immer einige Wochen von der Schule beurlaubt, nachdem ich im ersten Jahr für mehrere Wochen im Krankenhaus gelandet war, und trotzdem blieb auch das nicht mein einziger Krankenhausaufenthalt. Zudem habe ich noch allergisches sowie Belastungsasthma. Also habt ihr gefragt, wie ich dann so viel Sport machen kann?

Meine Antwort dazu wäre: wie könnte ich nicht viel Sport machen?

Ich laufe nicht trotz meinem Asthma, sondern auch wegen meinem Asthma.

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Als Kind war ich auf mehreren Kuren und das erste, was dort in der Asthmaschule gesagt wurde, war, dass durch Sport die Lungen wachsen und stärker werden. Und das ist bei mir definitiv der Fall! Ich habe Belastungsasthma, aber mein Belastungsniveau ist inzwischen so hoch, dass ich davon absolut nichts mehr spüre. Ich habe damals angefangen ein paar Mal die Woche etwa 3 km zu laufen, wovon ich zuerst aber etwa die Hälfte gegangen bin. Über Monate bin ich nie mehr als vier Kilometer gelaufen. Dann kamen die sechs, die zehn und der erste Halbmarathon in etwa einem halben Jahr.

Man muss es langsam angehen. Aber man sollte viel Sport machen. Beziehungsweise vor allem sehr regelmäßig, sodass die Lunge sich daran gewöhnt und damit wächst. Ein gezieltes Training verbessert die Funktion der Atemmuskeln und macht die Sauerstoffversorgung effizienter. Die Schwelle, an der es zur Atemnot kommt, lässt sich also durch das Laufen nach oben verschieben.

Man sollte gut seine Medikamente einnehmen, bei Allergieproblemen oder Erkältungen was aufpassen und das Training vielleicht ausfallen lassen und für den Notfall darf beim Training das Notfallspray halt nie fehlen. Mit Sprints sollte man was vorsichtig sein, da spüre ich doch schneller als andere Menschen, dass mir der Sauerstoff fehlt (Stechen in den Schulterblättern, extremes Laktat in Beinen und Armen). Aber abgesehen davon kann man als genauso Asthmatiker laufen wie als Nicht-Asthmatiker.

 

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3 Comments

  1. Vicky
    02/09/2016 / 10:57

    Hallo Lottie!
    Vielen, vielen Dank für diesen Beitrag! Ich hab zwar kein Asthma (bzw. wurde ich noch nie darauf untersucht), aber vor allem im Sommer macht mir oft meine Allergie zu schaffen und da kann ich dann wirklich nicht draußen Sport machen. Ich merke schon, dass ich teilweise schneller schlechter Luft bekomme als andere und da hör ich gerne, dass es nicht „schlecht“ ist sozusagen laufen zu gehen, auch wenn die Lunge vielleicht nicht zu 100% stark ist. Aufs Laufen möcht ich nämlich nicht verzichten 😉
    Ich wünsch dir alles Gute und danke für deine tollen Blogposts!
    Lg Vicky

  2. Magda
    01/09/2016 / 19:47

    Du sprichst mir gerade sooo aus der Seele!! Mir geht es genau so, habe Belastung Asthma und Allergisches und echt immer viele Probleme damit. Und es war auch ein Grund warum ich laufen immer gehasst habe, weil es mir halt schwerer viel als anderen. Irgendwann habe ich aber doch angefangen und auf einen Lauf hintrainiert und es hat funktioniert! 🎉Mittlerweile liiiiebe ich es und es tut mir gut. Es gibt immer mal Tage vorallem in der Allergiezeit, an denen es nicht gut läuft aber das ist okay. DANKE DANKE DANKE!!! ❤️

  3. 01/09/2016 / 08:44

    Hallo liebe Lottie,

    wieder mal ein toller und vor allem sehr interessanter Beitrag! Mich betrifft das mit dem Asthma persönlich (zum Glück) nicht, aber ich kenne viele, die ihr Asthma gerne mal vorschieben und sagen, sie könnten deswegen keinen Sport machen. Ich denke, das alles eine Sache der Einstellung ist und wenn man sich gut informiert und vom Arzt auch entsprechend einweisen und beraten lässt, darauf dann auch achtet und lernt, die Zeichen des eigenen Körpers zu verstehen, dann ist das alles kein Problem. Man muss wahrscheinlich einfach anfangs etwas geduldiger sein, bis sich die Lunge adaptiert, aber dann ist vieles möglich! Wie heißt es so schön: „Dein Körper kann alles schaffen, es ist Dein Geist, den Du überzeugen musst“. :)

    Du kannst stolz auf Dich sein liebe Lottie! Mach weiter so.

    Herzliche Grüße
    Linda