Ironman70.3 – we did it!

Hier schreibt eine stolze Lottie. Eine stolze, müde Lottie. Denn dieser Tag war unglaublich. Wie ihr wahrscheinlich wisst, bin ich gerade in Antalya, Türkei, um beim IronMan70.3 zuzusehen. Zusammen mit meiner liebsten Angie sowie Lou und Jan darf ich das einfach traumhafte Gloria Serenity Resort und die dazugehörige Gloria Sports Arena testen und die Sportler beim Rennen bejubeln. Dazu gehörten einige Führungen, Pressekonferenzen, sowie das RaceBriefing der Sportler selber. Wir waren ganz nah dabei – und zwar letztendlich noch viel näher als gedacht. Oh. Mein. Gott.

Die vibrierende, aufgeregte, vofreudige Stimmung am gestrigen Samstag war einfach zu viel für uns. Wir waren zusammen in der Arena, umgeben von hunderten und aberhunderten Sportlern. Sie schoben Fahrräder durch die Gänge, inspizierten Laufschuhe, probierten Badekappen an und diskutierten über die Strecken. Angie begann von ihrer Schwimmerfahrung zu erzählen, ich überlegte wie weit die 90-Kilometer-Radtour wohl sein würde… Wir überlegen, ob wir nächstes Jahr vielleicht teilnehmen könnten… und dann taten wir etwas absolut Hirnverbranntes. Wir meldeten uns an. Nicht für das nächste Jahr, sondern für dieses. Für den kommenden Tag. Mein Herz schlug so hoch und mir war schlecht vor Aufregung, und andererseits war es das aufregendste, was ich seit langem getan hatte. Oh. Mein. Gott.

Wir waren also als Team angemeldet, Angie als Schwimmerin, Lou als Läuferin und ich als Radfahrerin, auch wenn ich sonst nie mehr als etwa 20 Kilometer fahre. Total crazy und beängstigend. Da wir aber dann doch auf die Schnelle kein Fahrrad mehr organisieren konnten, legte sich die Angst schon bald. Deshalb entschieden wir stattdessen inoffiziell und mit zwei Läuferinnen zu starten. Aufgeben war keine Option!

Angeliquelini  TriathlonIronman 70.3Der Wettkampftag startete für mich alles andere als optimal. Ich hatte – wie so oft auf Fernreisen – eine totale Magenverstimmung bekommen und die ganze Nacht durchgekotzt. Aber der eiserne Wille blieb. Ich war ja nicht ersthaft krank, und so eine Magenverstimmung ist schnell vorbei. Schmerztabletten gegen die Magenstechen, jede Menge Limo für Energie, ein Mittagsschläfchen für die Kraft, und los gings!

Als erstes trat Angie als Schwimmerin an. Die Schwimmstrecke war knapp 2 km durch das offene Meer (das sind 76 25-Meter-Bahnen durch Strömung!!!). Angie war zwar ehemalige deutsche Meisterin im Rettungsschwimmen, war aber nun schon vier Jahre nicht mehr geschwommen, was mich echt nervös machte. Angie ebenso. Also startete sie recht weit hinten – und überholte so so viele Menschen! Wie krass war das bitte!

Ironman Relay Danach gingen Lou und ich an den Start. Es war eine komplett andere Art von Rennen, als ich je gemacht habe. Diesmal ging es nicht um eine krasse Zeit oder darum, selber alles zu geben. Diesmal ging es um das Teamgefühl. Es zusammen zu schaffen. Deshalb hatte ich schon vorher entschieden, mich komplett nach Lou zu richten. Wie gesagt, es war mein erster Halbmarathon, wo ich nicht meinen Fokus auf meine Geschwindigkeit und die Endzeit setzte, aber es war supercool so! Ungewohnt, aber echt toll! Ungewohnt war übrigens auch die Laufstrecke (Golfplatz unter der prallen Sonne, Gras, Sand, Hügel). Bei Kilometer 20 halfen wir dann tatsächlich noch einem Triathleten auf die Beine, der totale Krämpfe im Oberschenkel hatte und nicht mehr hochkam. Letztendlich lief Dominik, so hieß er, noch die letzten drei Kilometer bis ins Ziel mit uns. Lou und ich hatten eine Finishing-Zeit von 2:13:09.

First TriathlonLottie's LifeFit TrioAppropos Zieleinlauf. Das war das tollste! Bei den letzten Metern wartete Angie auf uns und wir drei liefen zusammen, Hand ins Hand, ins Ziel. Und dort standen Jan, Nuray, und alle anderen aus unserem Team und nahmen uns in die Arme. So ein wundervolles Gefühl habe ich noch NIE nach einem Lauf gehabt!

Dieses Teamspirit war für mich eine ganz neue Erfahrung, und es war wunderschön. Wir haben uns tausend mal umarmt, an der Hand gehalten, ich hab fast geweint. Und bemerkt, man muss nicht immer die beste, schnellste, herausragendste sein. Manchmal ist das Miteinander viel viel wertvoller.


Was noch zu erwähnen wäre: komplett unvorbereitet wie ich war, hatte ich natürlich nur neue, noch nicht eingelaufene Schuhe dabei. Es waren die Fresh Foam Vongo Moon Phase von New Balance, die ich nur wegen ihrem hübschen Aussehen eingepackt hatte. Und ich bin gelaufen wie auf Wolken. Neue Schuhe, und trotzdem keine Blasen, keine Probleme, nichts. Ein Lob an New Balance!

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5 Comments

  1. 16/11/2016 / 11:30

    Klingt echt nach einem tollen Tag und wahnsinn, dass du trotz so einer heftigen Nacht gelaufen bist – ich weiß nicht wie ich mich da entschieden hätte…
    Liebe Grüße
    Franziska

  2. 31/10/2016 / 13:59

    Oh Lottie, so toll was ihr da geschafft habt! Bin echt neidisch auf euch gewesen :)
    Ich hoffe wir sehen uns bald wieder!

    • Lottie
      10/11/2016 / 21:43

      Aaah Elena <3 wie lieb! Das hoffe ich auch!

  3. 27/10/2016 / 16:36

    Oh Gott, wie krass ist das denn bitte?! 😀
    Absolut genial und beim Lesen hätte ich vor Freude fast mitgeheult, liebe Lotti! Du bzw. ihr könnt soooo stolz auf euch sein. Einfach der Wahnsinn ♥

    Liebe Grüße
    Anne

    • Lottie
      10/11/2016 / 21:39

      Ach Gott, wie lieb bist du denn! Aber jaaaaa, es war so wundervoll! Da hast du recht!