Es war schwierig, ich selbst zu sein

Als ich vierzehn war, habe ich angefangen, an mir selbst zu zweifeln. Ich war fröhlich und aufgedreht, und damit ganz anders als meine coolen, ruhigen, schon so erwachsenen Klassenkameraden. Ein Junge in meiner Klasse hat einmal erwähnt, was für ein „perfektes kleines Mädchen“ ich doch bin, und alle fanden das super lustig. Ich habe getanzt, gesungen, gemalt, und sein Kommentar klang wie eine Beleidigung. Mit sechzehn wollte ich meine pinken Converse tragen, aber habe stattdessen High Heels angezogen. Mein liebster Rock mit blauen Schmetterlingen blieb im Schrank, stattdessen zog ich schwarze skinny Jeans an. Ich wollte reden, am Unterricht teilnehmen, meine Meinung sagen. Stattdessen blieb ich still.

Als ich 18 war, dachte ich, das Versteckspiel sei vorbei. Ich fühle mich so erwachsen und erzählte allen, dass ich endlich mein „echtes ich“ gefunden hätte. Eine erwachsene Version von mir, eine rationale, sehr feine Version von mir selbst. Ich war viel selbstbewusster… aber ich war nicht ich selbst.

Jetzt, wo ich dieses Video filme, realisiere ich erst, wie weit ich gekommen bin. Ich schäme mich nicht mehr, wenn ich verrückt bin. Ich beiße nicht mehr meine Zähne zusammen, wenn mich jemand auf meine Harry Potter -Liebe anspricht (und ich verneine sie ganz sicher nicht mehr!). Ich verstecke mich nicht mehr, um zu lesen doer zu zeichnen, sondern erzähle der Welt davon. Ich versuche nicht ständig ruhig, erwachsen und ernst zu wirken. Ich bin einfach ich, und kümmere mich nicht mehr darum, was andere dazu sagen. Ich kümmere mich um meine eigene Meinung. Und das einzig wichtige ist, dass ich mich wohl fühle.

P.S.: Das 8. #BLOGMAS-Gewinnspiel findet ihr im Video!

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