Berlin Halbmarathon – so war es!

Hallo! Hier schreibt eine satte, müde und glückliche Lottie. Was ein Tag! Und es ist so krass, dass er schon fast vorbei ist. Seit Ende Oktober habe ich auf ihn hingefiebert, ganze fünf Monate lang, und das war er nun. Aber das Warten hat sich gelohnt.

PWT Urheilumatkat hatte meine ganze Reise organisiert, und auch wenn ich vom ersten Eindruck des Hotels nicht übertrieben begeistert war, war ich das doch spätestens am Morgen des Laufs – ich konnte aus meinem Fenster im 20. Stock den Start des Halbmarathons sehen und musste aus der Tür nur etwa 150m laufen um dort zu sein. Somit konnte ich den Tag auch locker starten, was total angenehm war – in Ruhe anziehen und dann ganz locker und wirklich groß mit meinem Freund im Hotel frühstücken (ich brauche viel Energie für so lange Läufe und hatte daher ein ganzes Brötchen, eine Scheibe dunkles Brot mit Honig, Haferbrei und jede Menge Obstsalat!). Die Nervosität ging erst nach dem Frühstück los. Ich habe ewig gebraucht, um all meine Sachen zusammenzuraufen (ich hatte wirklich jede Menge Kram dabei – hier mehr lesen) und war dann auch noch dreimal auf Klo vor Angst während des Laufs Pipi zu müssen.

Dann ging es aber los! Christian hat mich am Läuferbereich verabschiedet und dann bin ich ich alleine warm machen gegangen. Und wisst ihr, was mega krass ist? Ich hatte grausamsten Muskelkater vom Reebok Workout am Freitag (ich Lusche! Das Workout war nämlich mega locker!). Deshalb bin ich ewig rumgehüpft um warm zu werden – und war außerdem noch ganze vier mal auf Toilette. Das klingt jetzt alles mega mies – war es aber nicht. Es war TOLL! Ich hoffe, ihr habt es auf Snapchat mitverfolgt – 30.000 Läufer, mehrere Bands, laute Musik, ein cooler Moderator der uns motiviert hat und das dann noch in der Sonne direkt unter dem Fernsehturm. Der absolute Hammer war das!

Ich bin im Startblock D gelaufen (Läufer, die ca. 2h anpeilen) und hatte daher noch einige Zeit die Stimmung zu genießen und mit anderen Läufern zu quatschen (Läufer sind einfach eine coole große Gang, die sich alle verstehen). Aber dann ging es irgendwann in Richtung Start, ich habe meine Laufapp und meine Laufuhr gestartet und bin los!

Der Anfang war total überwältigend! So viele Fans, Familien mit Schildern, Kinder mit Rasseln, ganze Bands, Kapellen und Cheerleadervereine standen am Rand, haben gerufen, geklatscht, getanzt und uns High Fives gegeben! OH WOW! Der ganze Halbmarathon war eine riesige Party! Außerdem: die Umgebung. Der gesamte Halbmarathon war eine einzige geniale Sightseeing-Tour! Es ging am Fernsehturm los, dann kam eine alte Kirche, die Museumsinsel, bei 3km ging es durch das Brandenburger Tor, die Hälfte der Strecke war bei der Charlottenburg, am Checkpoint Charlie begann der Schlusssprint.

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Meine Taktik war super. Schon beim letzten Halbmarathon (hier) hatte ich mich für einen Großteil der Strecke an eine Frau gehangen, mit der ich mitgelaufen bin. Auch diesmal hab ich mir direkt einen Mann rausgepickt, der mir als Pacer gedient hat (auf seinem Rücken stand „Follow me“ und sein Instagram-Name, aber ich hab das wörtlich genommen). Er lief ein Tempo von 4:38min/km (also viiiieeel schneller als ich sonst!), aber am Anfang hatte ich definitv die Power dafür. Eine Sache muss ich am Halbmarathon jedoch kritisieren – die Straßen waren viel zu eng! Ich lief oft auf dem Bürgersteig oder sogar auf Rändern von Blumenbeeten (was definitiv nicht so gedacht war), und habe auch wegen der engen Passagen meinen Pacer irgenwann verloren. Da muss die Organisation echt noch was machen, denn Überholen war auch so gut wie unmöglich! Und das war mies, denn meine Startgruppe war mir definitiv zu langsam.

Aber als ich meine Pacer verloren hatte, hab ich mir direkt den nächsten rausgepickt. Das erleichtert das Laufen total, wenn man selber nicht nachdenken muss ob man nun versucht zu überholen oder auf welcher Straßenseite man läuft. Wenn die Männer nur wüssten, wie hilfreich sie waren! Ich hab vor allem in Gedanken die ganze Zeit mit ihnen gequatsch: „Komm I-Run-to-Rio-Mann (er hatte so ein T-Shirt an), das schaffen wir! Lauf ruhig schneller und zieh mich noch was mit! Danke für dein Hilfe, ohne dich würde ich das nicht schaffen!“

Der Halbmarathon war genial – aber wieder mal waren es 2 Stunden Qual. Ich hab mir immer gesagt, dass es das am Ende wert sein wird, sich zu pushen, und das war es natürlich auch. Aber ich bin komplett mit Muskelkater gelaufen, habe bei 10km eine Blase am Fuß bekommen und bei 18km komischerweise schrecklichen Schüttelfrost. Gott sei Dank stand das Nike-Team dann bei 19km und hat mich mit Konfetti vollgeworfen und bei 20km hat mein Freund mich gerufen und mir gewunken – das hat nochmal richtig gepusht! Die letzten hundert Meter bin ich trotz meiner Kälte ins Ziel gesprintet (und drei Fotografen haben mich lachend geknippst, da ich das Gesicht so verzerrt hatte) – und der Sprint hat sich gelohnt!

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Ich habe meine vorletzte Zeit um 26 Minuten verbessert, die von letztem Herbst um 6 Minuten. Trotz meinem schlechten Training habe ich einen mega Rekord aufgestellt. Meine Endzeit betrag 1 Stunde 50 Minuten! Unglaublich!

Nach dem Lauf haben Christian und ich uns eine Brezel geteilt und die tolle Stimmung noch etwas genossen, bevor wir zurück zum Hotel sind. Da hab ich äußerst glücklich die Schuhe ausgezogen, meine schmerzenden Beine über den Badewannenrand in die Dusche gequält und dabei geschworen in den nächsten Jahren keinen Halbmarathon mehr zu laufen. Mal sehen wie bald ich mich für den nächsten anmelde. Wahrscheinlich sowieso schon in den nächsten Wochen – das Gefühl, die Stimmung und der Stolz danach sind einfach nicht zu toppen!

Und beim nächsten Mal laufe ich in einem schnelleren Startblock und schaffe die 1:40 auch noch! 😉

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6 Comments

  1. 03/11/2016 / 15:03

    Verdammt starke Zeit. Ich bin ein wenig neidisch. Ich versuch das schon seit ich 18 bin, verletz mich aber dann immer kurz vorm Ziel beim Fußball spielen. (Nein ich lerne nicht daraus 😀 )

  2. Susi
    08/04/2016 / 15:45

    Herzliche Gratulation! Eine super Zeit – kannst echt stolz auf dich sein 😉

    LG Susi
    von http://www.love-lift-run.com

  3. 04/04/2016 / 13:28

    Lottie, uskomaton aika, super hieno suoritus ja ihana kirjoitus👍🏻❤️👍🏻

  4. Greta
    03/04/2016 / 23:06

    Wow Lottie, du kannst wirklich stolz auf dich sein. Weiter so!!